Peta und die Ratten

Die Tierschutzorganisation Peta scheint ad momentum besonders viel Zeit zur Verfügung zu haben. Nun protestiert sie gegen das Computerspiel Battlefield 3, da in diesem, Ratten auf gewaltsame Art und Weise getötet werden. Dies würde dazu führen, dass Tiere von nun an besonders gewaltsam von unserer Welt gebracht werden und die Jugend verroht:

“So erhalten Spieler die Möglichkeit, einer Ratte mit einem Kampfmesser in den Rücken zu stoßen, um sie anschließend am Schwanz hochzuheben und ihren toten Körper dann wie Abfall beiseite zu werfen. Peta gibt zu bedenken, dass auch das Töten von virtuellen Tieren eine verrohende Wirkung auf das junge männliche Zielpublikum haben kann”

Damit wären wir also wieder bei den üblichen Begründungsmustern. Das virtuelle Töten lässt die Jugendlichen in der sogenannten realen Welt gewaltaffiner werden.
Dass dies widerlegt wurde, muss ich nicht weiter erläutern. Aber nicht nur das.
Peta scheint hier auf einen Zug der Aktualität aufzusteigen. Das Töten von Ratten ist auch aus anderen Spielen bekannt, wesentlich älteren (dennoch guten) Ego-Shootern, wie z.B. Quake oder Max Payne.
Es ist also nichts neues und wenn Petas Behauptung sich tatsächlich real niederschlagen würde, hätten wir wesentlich weniger Ratten auf der Weltkugel zu verzeichnen (gerade weil es das Töten von Ratten bereits gibt). Bei manch Rattenplage schiene mir das wünschenswert. Jedoch ist eine Zunahme roher Gewalt an Tieren durch Jugendliche meines Wissens nach nicht zu verzeichnen.

Vielmehr ist es das vom Kapitalismus getriebene Unternehmen, das Tiere gewaltsam tötet, sie aus ihrem Habitat vertreibt, etc.

Darum sollte sich Peta eher kümmern.

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klandestino

Bereits während seines Studiums der Politologie, Katholischen Theologie und Ethnologie, war Wolfgang Thoma off- und online redaktionell und journalistisch aktiv. So tauchte er immer tiefer hinein in die digitale Welt und eignete sich Wissen um Online-Auftritte an. Seine Passion gilt den Themen Technologie, Umwelt- und Gesellschaftsforschung. Beheimatet im Feld der Kommunikation, war er als Pressesprecher einer mildtätigen Stiftung tätig, wobei er für diese auch in der CI und Website-Gestaltung federführend war. Es folgte eine Anstellung in der Internen Kommunikationsabteilung eines mittelständischen Unternehmens. Zuletzt begab er sich in die Tiefen des Content Management und der Präzisierung von Texten für Webseiten. Auch ehrenamtlich ist er kommunikativ aktiv: Als Mitgliedsbeauftragter und Herausgeber für den Verein für Nachhaltigkeit e.V., der auch sein Buch zum Thema Climate Engineering verlegen wird.