finally online again

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Cyborgs…Superhumans…Superunexpected

Tjaja..So ist das nunmal.
Für uns aficionados nichts neues, nichts unterwartetes, allzu erdenkliches.
Experten des National Intelligence Council der USA, einem Gremium zur Erarbeitung  zukünftiger Trends, haben nun in ihrem Global Trends 2030 -Alternative Worlds [pdf] offenbart, dass die Verbindung von Mensch und Maschine in Zukunft sehr wahrscheinlich ist. Welch Überraschung! Wovon wir schon lange träumen, wir uns vorstellen und bereits fragmentarisch im Jetzt erkennen – das soll der NIC als Trend erkannt haben. Ich bin begeistert. “Zudem werde mit Implantaten “die Lücke zwischen Gehirn und Maschine” über entsprechende Schnittstellen geschlossen. “Menschen können sich entscheiden, ihren Körper zu verbessern – so wie sie es heute mit Schönheitschirurgie tun”, heißt es.”[link]
Schnittstellen..an wen erinnern wir uns? MacLuhan? Nein. Auch, vielleicht…Friedrich Kittler!
Und jetzt kommt es: Das Militär soll von solchen Trends profitieren? Nein? Ehrlich?
Was wir schon lange in Computerspielen wahr werden lassen, was schon längst in unseren Köpfen real ist, das erkennt der Rat erst jetzt als ein mögliches, zukünftiges Szenario?
Boring! Jungs, nehmt Literatur ernst! Nehmt Computerspiele ernst! Sie sind Teil moderner Kunst! [link]

Mehr dazu folgt. Und eines wird immer deutlicher: Ich muss mein Vorhaben durchziehen. Die Zeit ist reif!

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FI__N__AL TIMES

Ich war nie ein Leser der Financial Times Deutschland. Gleichwohl stimmt es mich traurig, dass nebst er Frankfurter Rundschau nun auch die Financial Times insolvent ist.
Die letzte Ausgabe musste besorgt werden, alleine aufgrund meiner Affinität für Druckmedien. Ist das der Beginn des Aussterbens der Printmedien?

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Mapping Democracy – Auf Weltempfang

Heute fand in den Münchner Kammerspielen die erste einer dreiteiligen Debattenrunde statt.
Dabei wurden Kairo, Madrid und München über Live-Schaltungen verbunden und jeweils von einer Podiumsrunde begleitet und moderiert. Danebst konnte über Twitter via #mapdem kommuniziert werden.

Themen und Fragen drehten sich rund um die globalen Protestbewegungen, sei es in den USA, oder eben Madrid und Kairo (in München ist sie meiner Meinung nach noch VIEL zu schwach ausgeprägt um wirklich Relevanz aufzuweisen).

Wieso sind sie entstanden? Welche Rolle spielen dabei die sogenannten Sozialen Netzwerke? Welche Überschneidungen gibt es zwischen den Bewegungen in Madrid und Kairo?

Ehrlichgesagt geht meiner Meinung nach in der Debatte um die Protestbewegungen grundsätzlich die “grüne Revolution” im Iran 2009 vollkommen unter. Dort zeigte sich bereits der Unmut der Bevölkerung hinsichtlich politischer Ignoranz und Wahlfälschung in aller Deutlichkeit.

Wie dem auch sei.

Zunächst reflektierten alle drei Orte unabhängig voneinander über die Bedeutung der Demokratie und deren Inhalt. Also, was Demokratie ist, was sie sein muss, welche Prämissen gegeben sein müssen.

Und bereits da offenbarten sich meiner Meinung nach deutliche Unterschiede zwischen Kairo/Madrid und München, die sich durch die vollkommen differente Umwelt erklären lässt.

In München diskutierte man die Rolle z.B. der Piratenpartei, die Parteiverdrossenheit der Bevölkerung, der Mangel an Gestaltungsmacht in der Gesellschaft, durch sie und für sie, aber auch der Reforumunwille. Parlamente und Institutionen haben sich entfremdet, Politik ist ein Theaterschauspiel geworden.

Kairo und Madrid gingen derweil viel basaler an die Thematik – wie bereits geschrieben, aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte.

Demokratie bedeutet nach Kairoer Auffassung die Achtung der Menschenrechte, Meinungsfreiheit, freie und geheime Wahlen (Art. 38 GG), Rechtsstaatlichkeit (Art. 28 GG.), eine fixierte und gültige Verfassung (die aber im Falle Kairos nicht durchsetzbar erscheint aufgrund der parlamentarischen Hürden). Hierbei wird deutlich, dass diese basal geforderten Rechte im Deutschen Grundgesetz in den Grundrechten niedergeschrieben sind (Art. 1-5 GG). Desweiteren wurde auch die Möglichkeit der Bildung (Art. 7 GG) und die Aufrechterhaltung einer gewissen ökonomischen Position gefordert.

Demokratie muss als Werkzeug definiert werden, nicht als eigenes Ziel, wie der Blogger @BestofTheWorsti schrieb.

Spaniens Diskutanten fordern die politische Kontrolle der Ökonomie und eine gesellschaftliche Kontrollinstanz der Politiker. Diese Forderungen sind letztlich die Genese der jahrzehntelangen politischen Klüngel und Patronagenetzwerken, bei denen die Politiker zumeist ohne juristisch belangt zu werden zurücktraten oder weiterhin in der Politik unfug trieben. Diese Forderungen nannten die Spanier to recover the essence of democracy.

Demokratie darf jedoch nicht oktroyiert werden, denn jedes Land, jede Nation hat ein eigenes Verständnis von Demokratieprozessen (politics), obschon die Inhalte (policy) ähnlich/gleich sein mögen.Dies erinnert an den kulturrelativistischen Ansatz.

Spannend wurde es durch den input Fernando Savaters: Politische Aktion beinhaltet eine physische Handlung und den Einbezug der Bürger des jeweiligen Landes. Politisches Handeln darf sich nicht nur auf Parlamentarismus reduzieren.

Spannend ist der Einwurf, da das Ende des Konsums der Politik eingeläutet wird. Demokratie (und letztlich auch Politik) muss ein reziprokes System sein (so nenne ich es mal). Demokratie formt den Menschen und der Mensch formt Demokratie – ein von Grundauf sozialkonstruktivistisches Paradigma. Öffentliche Räume müssen besetzt werden, Debatten auf ihnen geschaffen werden – eine Gemeinsamkeit zwischen Kairo und Madrid.

Die Bürger wandeln sich also vom schlichten Konsumenten zu einem Partizipanten.
Wasser auf meine Mühlen: Den Menschen, den Mitbürgern offenbaren sich gerade auch durch die Möglichkeiten der ICT‘s neue Handlungsmöglichkeiten.

Man muss die neuen Mittel kennenlernen, studieren, verstehen, bevor man sie ad acta legt. Man kann sie erst nach dem Studieren verändern, anpassen, umwidmen – kurz: sich aneignen, wie z.B. Handwerker im Sudan (Dank an zeph und Kurt Beck, die mir dieses Thema nahebrachten und ich mittlerweile als ein essentielles Paradigma sehe).
Interessant war auch ein weiterer Einwurf: Madrid hat die Proteste in Ägypten analysiert und sie auf ihre Situation angepasst (“We recreated the sample in a spanish way to fit Spain”).

Hala Galal spricht den sozialen Medien einen Teil ihrer Relevanz ab, denn letztlich muss der Mensch seinen “Hintern hoch bekommen und auf dem Platz demonstrieren”, zumal in Ägypten das Internet zeitweise gekappt wurde.
Gleichwohl sind die SN als ein weiteres Informationsmedium zu sehen.

Nahezu unisono wurde jedoch die Fragmentierung durch z.B. Twitter kritisiert.
Wie verschiedene Organismen (verstanden als geschlossene Systeme) schwirren sie im Raum der Impulse ohne Synergieeffekte zu generieren. Die Debatten atomisieren sich, verlieren sich im Äther, da keine Organisation und Strukturierungsintanz vorhanden.

Schließlich schwirrte in meinem Kopf die Theorie Mancur Olsons im Kopf: The Logic of Collective Action.
Zwischen dem Parlament (Politiker) und der Bevölkerung (Volk) herrscht ein Abgrund ohne Brücke. Desweiteren erscheint es auch nicht wirklich so, als wollten die Politiker dies ändern. Sie leben in ihrem Biotop, ihrem eigenen Organismus, bilden eine eigene Interessengruppe, sind ein weiterer Akteur auf dem politischen Parkett, der sich selber vertritt und lediglich von Wirtschaftsvertretern Druck verspürt – und alle vier Jahre durch Wahlen. Wenn nun neue Formen der Demokratie enstehen, werden diese als Humbug und/oder vollkommen unpraktikabel abgetan. Sie leben ja auch ganz gut in ihrem Biotop…

Was bleibt letztlich?

  • Aneignung neuer Möglichkeiten
  • Umwidmung öffentlicher Räume

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Cybernetic Imagination in Science Fiction pt.1

Angefixt durch einen Beitrag zephs auf seinem weblog und meinem eigenen Interesse für das Thema cyberpunk, habe ich vor ein paar Tagen kurzerhand das Buch Cybernetic Imagination in Science Fiction1 käuflich erworben.

Warrick hat dafür 255 Kurzgeschichten und Romane analysiert, die zwischen 1930 und 1977 verfasst wurden.

Dabei wurde eine große Diskrepanz zwischen der fiktionalen und der realen Welt offenbar, da das Gros der SF-Literatur Dystopien sind, während das Feld der Computerwissenschaft hingegen nicht solch negative Einstellungen hegt.

Zeph hat das Buch selber nicht ganz gelesen hat – anscheinend weil er seinerzeit einen erkenntnistheoretischen Trugschluss vermutet hatte, der sich auf Seite 92 offenbart: “Cybernetics is the effort to understand the behavior of complex systems. Imaginative literature exploring this subject might be fruitfully approached using systems theory.” Vielleicht kann ja zeph selber dazu Stellung nehmen, wenn er Zeit und Lust hat.

Ich hoffe, zeph verstanden zu haben. Kybernetik ist nicht per se das Bestreben, komplexe Systeme zu verstehen. Zudem muss die Systemtheorie nicht der epistemische Schlüssel sein, um imaginative literature zu verstehen, beziehungsweise verständlich zu machen.

Hinsichtlich der Kybernetik-Definition gefällt mir ein Zugang des deutsch-tschechischen Kybernetik-Vertreters auf politikwissenschaftlicher Ebene, Karl W. Deutsch:

„Sie (die Kybernetik, anm. d.Verf.) versucht aufzuklären, was Kommunikation und Steuerung eigentlich bedeuten, indem sie die Hilfsmittel der modernen Technik dazu benutzt, um die Reihenfolge der bei diesen Vorgängen auftretenden Erscheinungen planmäßig und Schritt für Schritt zu erfassen und nachzuvollziehen. Kybernetik ist die systematische wissenschaftliche Beschäftigung mit Kommunikations- und Steuerungsvorgängen in Organisationen aller Art.“2

Dass es dabei um komplexe Systeme gehen muss (rekurrierend auf o.g. Zitat Warricks), steht nirgends geschrieben. Ein Thermostat ist kein wirklich komplexes System, gleichwohl das Paradebeispiel einer kybernetischen Einheit.

So erscheint mir die Definition zu kurz gefasst, auch wenn der kybernetische Ansatz in Verbindung mit Literatur durchaus angebracht erscheint.

So schreibt Norbert Wiener, der Begründer des Wortes cybernetic in einer schriftlichen Mitteilung am MIT im Jahre 1955:

„Kommunikation ist der Kitt, der Organisationen zusammenhält. Kommunikation allein befähigt eine Gruppe, zusammen zu denken, zusammen zu sehen und zusammen zu handeln.

(…)

Die verschiedenen Elemente, aus denen die Persönlichkeit sich jeweils zusammensetzt, stehen untereinander in ständiger Kommunikation und beeinflussen sich gegenseitig durch Steuerungsmechanismen, die ihrerseits wieder eine Art von Kommunikation darstellen.“3

Kommunikation entsteht durch das Übermitteln von Nachrichten – zusammengesetzt aus einer bestimmten Datenmenge. Wir laden die Datenmenge hoch, berechnen sie, setzen sie in Bezug zu unseren bisherigen Informationen, bauen sie ein oder verwerfen sie. Es entsteht eine Rückkoppelung.

Kann ein selbstregulierendes Netzwerk der Kommunikation entstehen? Also ein lernendes Netz? Eine sich selbst regulierende Organisation?

Dieser Ansatz erinnert mich im Übrigen sehr stark an Clay Shirky und seine mediale Theorie, zu der ich in den nächsten Wochen ausführlicher etwas zu schreiben gedenke.

Warrick rekurriert auf die Systemtheorie, da aufgrund der tiefgehenden literarischen Analyse offenbar wurde, dass die Entwicklung der Roboter in der SF und der Computer in realiter verschiedene Wege gehen.

Und um die Literatur zu kategorisieren, bietet sich die Differenzierung in isolierte, geschlossene und offene Systeme an.
Das Buch Warricks offenbart zunächst kein neues Paradigma rund um das Thema Science Fiction (sofern ich das nach Intro [XIII-XVII] und Kapitel 1 [S.1-16] sagen kann), dennoch sollte das Buch zu einer näheren Betrachtung herangezogen werden.

Was sind die Ziele Warricks?

  1. Es soll ein Narrativ des SF-Subgenres rund um künstliche und maschinelle Intelligenz (Roboter und Computer) geschrieben werden.
    Hierbei ist ihre erste thematische Einschränkung zu vermerken. Es geht Warrick ausschließlich um Literatur, in der Roboter und Computer in Verbindung mit dem Menschen eine Rolle spielen. Androiden und Cyborgs werden nicht berücksichtigt4.

Ihrer Definition nach ist ein Computer “an automatic electronic machine for performing calculations and for storing and processing information”5.

Ein Roboter ist

“a mobile machine system made of nonbiological materials such as metal, plastic and electronic devices. The robot may be self-controlled (have its computer within), remotely controlled (have its computer somewhere else), or an intermediate machine, with the robot being partly self-activated and partly remotely controlled”.6

Nicht erfasst werden Androiden (definiert als menschenähnliche, durch diesen erschaffene Wesen, aus biologischem Material bestehend) und Cyborgs (kybernetische Mechanik und biologische Organismen in Verbindung). Terminator fällt eiskalt raus…

Was passieren kann, wenn Roboter self-controlled agieren und welche ethischen Fragen sich ergeben können, hat Karel Čapek in R.U.R. meisterhaft aufgezeigt!

Weiter möchte Warrick:

  1. Aufdecken und Beschreiben wiederkehrender Bilder, Muster und Bedeutungen in der kybernetischen Fiktion7. Des Weiteren will sie -und dies ist durchaus hochinteressant- die gegenseitige Befruchtung zwischen dem Subgenre, dem SF-Genre, der Wissenschaft und der technischen Innovation eruieren.
  1. welches literarische Verdienst ist der cybernetic fiction zuzuschreiben? Hat die SF-Literatur nach eineinhalb Jahrhunderten einen gleichwertigen Stand zur realistischen Fiktion innerhalb der literarischen Tradition errungen?

Ein sich wie ein roter Faden durchziehendes Element in der Literatur ist die Vorstellung des Menschen als Inkarnation des Prometheus, dem Erschaffer eine neuen Art Intelligenz – in der SF-Literatur durch Technologie.

Diese zunächst positiv konnotierte Metapher (mit der Prämisse, das Erschaffen von Intelligenz mit Technologie sei positiver Natur, also eine Utopie) wird sukzessive durch ein negatives Bild ersetzt, indem die humanoiden Wesen den Menschen bedrohen.8

Letztere Versionen stammen durch die Extrapolation und oeuvres geschlossener Systeme.

Offene System-basierte Versionen hingegen eröffnen eine Möglichkeit der Mensch-Maschinen-Symbiose. Ein Aufbruch in neue Welten.

1WARRICK, Patricia S., Cambridge Mass., MIT Press, 1980.

2DEUTSCH, Karl W., Politische Kybernetik. Modelle und Perspektiven, Freiburg, Rombach+Co, S. 126.

3DEUTSCH, Karl W., Politische Kybernetik. Modelle und Perspektiven, Freiburg, Rombach+Co, S. 127.

4WARRICK, Patricia S., XVI.

5Ebda.

6Ebda.

7den Terminus kybernetische Fiktion, möchte Warrick weiter für diese Literaturart verwenden.

8 ROLOFF/SEEßLEN, Kino des Utopischen. Geschichte und Mythologie des Science-fiction-Films, Reinbeck, rororo, S.59 ff.

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A.Wake

‘“Alan Wake” brings gamers back to the days when horror was more about what lurked in the shadows then what was blatantly in the open.’
Mark LoProto in examiner.com
And this is so true! A very stunning game, great storyboard..

videospielkultur

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Deftones – Tempest (new album called Koi No Yokan coming out on Nov. 13th!)

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Google Glass

Und die Google Glass ist wieder in den Medien aufegtaucht.

Ich habe zu Googles Erfindung bereits einen Artikel verfasst – der in Verbindung mit einem cyberpunk-Roman steht.

Nun gibt es also erste Tests, außerhalb des Hauses Google.
Die Brille kann in bestimmten zeitlichen Abständen automatisch Bilder aufnehmen, oder Videos machen.

Natürlich ruft das die Datenschutzverfechter auf den Plan, die dadurch die Privatsphäre in Gefahr sehen. Und durchaus ist es kritisch zu betrachten, da bereits Smartphones, sowohl für Gesellschaft, als auch für die Wirtschaft und unlängst wieder mal bewiesen auch für die Politik zur Gefahr werden kann .

Ich selber war (und bin es auch noch immer – irgendwie) ein absoluter Skeptiker (vielleicht auch gar dogmatisch) hinsichtlich technischer Innovation und Privatisierungsverlust. Aber ich versuche auch die positiven Seiten stärker zu beleuchten.

Und als Freund der PC-Spiele, auch weil ich mit ihnen aufgewachsen bin, ist mir bei dem Präsentationsvideo mit Live-Mitschnitten eines Fallschirmsprungs im Konnex mit dem Militär eine Idee gekommen.
Um dem ius in bello mehr Transparenz und Einhaltung zu geben, könnte die Armee mit solchen Google Glasses ausgestattet werden. Mit einer automatischen Aufnahmefunktion werden die Soldaten zur Einhaltung der Kriegsregeln gezwungen, da sonst eine Verurteilung einfach bewiesen werden könnte.
Natürlich bedürfte es dann einer zentralen Sammelstelle, die die Filme speichert und auswertet, z.B. von einer UNO-Organisation.

Weitere Transparenz wäre dadurch zudem geleistet, da – wie bereits jetzt schon mit Smartphones – Soldaten Live-Aufnahmen ins Netz stellen könnten.

Das würde letztlich auch eine abschreckende Funktion haben…vielleicht…

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Der Gedanke der Demokratie – Für das Amerikahaus


Angesichts des unsäglichen Hickhacks um das Amerikahaus, aber auch der Bayerischen Lotterieverwaltung, habe ich es mir bereits im Sommer 2011 an die Fahnen geschrieben, gegen diese Entscheidung vorzugehen. Nebst Anträgen, Initiativen, Solidaritätsbekundungen habe ich eine Veranstaltung initiiert, die nun bald stattfindet! Ihr seid alle eingeladen!

Wir sollten alle für Institutionen kämpfen, die unsere Kultur (wie man sie auch definieren mag) bereichern, uns Bildung nahebringen, einen Ort der Kommunikation, des Austausches  offerieren.
Insbesondere durch die Symbolkraft des Hauses, sollte alles dafür getan werden, das Amerikahaus, bzw. die Bayerisch-Amerikanische Zusammenarbeit zu fördern und dort zu belassen, wo sie ist.
Solidarität!
Anbei ein Artikel von mir, der bald veröffentlicht wird und bereits im amerikahausblog.de veröffentlicht wurde. Das freut mich wirklich sehr und erfüllt mich mit Stolz!

Der Gedanke der Demokratie – Für das Amerikahaus

Von Wolfgang C. Thoma

Horst Seehofer hat unlängst (09.03.2012) per Dekret erlassen, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften in das Amerika-Haus umzusiedeln.
Nachdem die erste Entscheidung im Sommer 2011 sowohl in der Zivilgesellschaft, als auch in der Politik für Unmut und Entrüstung gesorgt hatte, wurde monatelang nach Alternativen gesucht – scheinbar.

Zahlreiche Gebäude stehen leer, wären zur Nutzung frei, jedoch hat die Staatsregierung monatelang ein Katz- und Maus-Spiel veranstaltet, bei dem nun jeder als Verlierer dastehen würde.

Bei einer Umsetzung des Planes, müsste die Staatliche Lotterieverwaltung – schräg gegenüber dem Amerika-Haus residierend – ausgelagert, viele Arbeitsstellen nach Franken verlegt werden. Das Bayerisch-Amerikanische Zentrum müsste ihr Programm auf 20 Prozent verkürzen. Die Acatech würde als Terminator einer kulturellen Instanz Münchens gelten, die sich aus vergangenheits- und symbolpolitischer Sicht mit dem NS- Dokumentationszentrum komplettiert und in das Kunstareal Münchens als Gesamtkonzept einfügen würde.

„Die Offenheit, Kraft und Freiheit Amerikas kamen unserer Aufgabe zugute. Durch das Oberlicht wollten wir den Eindruck der Freiheit nach oben vermitteln. In den Vortragssälen sollte der Gedanke der Demokratie weitergegeben werden“, so Baudirektor Karl Fischer in einem Interview.

Die Demokratie verlangt Transparenz und Kultur.

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Darknets augmented reality

“Price machte jetzt Armbewegungen, als vollführe er ein magisches Ritual. Sebeck wusste, was das hieß: Price manipuluierte Objekte in einem Layer des D-Raums. Einem Layer, das auf Sebecks HUD-Brille noch nicht sichtbar war. Price holte weitere unsichtbare Objekte heran. Dann wandte er sich Sebeck zu. «Das ist die reale Welt, Sergeant. Die, nach der Sie sich so zurücksehnen.»

Plötzlich erschien ein neues D-Raum-Layer über der realen Welt: Tausende von Callouts, leuchtende Zahlen, die über den Köpfen der Mall-Besucher schwebten. Dollarbeträge, die positiven in Grün, die negativen in Rot. Die meisten Zahlen über den Köpfen der Leute waren rot.«- $23 393» stand über dem Kopf einer Frau von Mitte zwanzig, die in ein Handy sprach. «- $839 991» über einem gediegen gekleideten Mann in den Vierzigern, «- $17 189» über seiner Teenager-Tochter und so fort. Zahlen über Zahlen.

Price hob theatralisch die Arme. «Das Reinvermögen jedes Einzelnen. Echtzeitdaten.» (…)

«Ich beziehe diese Daten aus kommerziellen Netzwerken und projiziere sie in den D-Raum. Fragen Sie sich doch mal, wie ich den Kontostand dieser Leute herausbekommen sollte, ohne zu wissen, wie sie heißen. Vergessen Sie nicht: Es sind alles keine Darknet-Mitglieder.»

(…) «Sie wollen behaupten, dass Sie die Daten offen mit sich herumtragen»

«Ganz genau. Was sagen Sie dazu?» (…)

«Niemand hat irgendwen implantiert (Ortungschips, wie Sebeck vermutet. Amn. d.A.).(…) Handys werden ständig geortet und die Ortungsdaten in einer Datenbank gespeichert. Auch Bluetooth-Geräte haben eine individuelle Kennung. Telefon-Headsets, PDAs, Musik-Player. So ziemlich jedes elektronische Spielzeug, das man sich kaufen kann. Und inzwischen gibt es RFID-Tags in Führerscheinen, Pässen und Kreditkarten. Sie reagieren auf Funkenergie mit der Aussendung einer individuellen Kennung, aus der man die Identität der betreffenden Person erschließen kann. Privat betriebene Sensoren an Orten, wo sich viele Menschen aufhalten, sammeln diese Daten ein, und zwar in aller Welt. (…)

Datenspeicherung kostet heutztage fast nichts mehr, also zeichnen Datenbroker so gut wie alles auf, in der Hoffnung, dass es irgendwann für irgendwen von WErt sein wird. Die Daten werden von Dritten gesammelt, mit individuellen Identitäten verknüpft und verkauft wie andere Verbraucherdaten auch. Es ist keine Verschwörung. Es ist ein regulärer Wirtschaftszweig, aber einer, von dem die Leute da unten nichts wissen. Sie werden gechipt wie Schafe und haben dabei auch ungefähr soviel Mitspracherecht. (…)

Wie sehen wir für einen Computeralgorithmus aus, Sergeant? Computeralgorithmen werden nämlich Entscheidungen fällen, die für diese Leute lebensbestimmend sind, und sie werden es auf Grundlage dieser Daten tun. Wie wär’s zum Beispiel mit der Kreditwürdigkeit – beurteilt von einem eigenmächtigen Algorithmus, den niemand hinterfragen kann? (…) Oder mit der Krankengeschichte? (…) Oder mit etwas ganz Zentralem: zwischenmenschlichen Beziehungen. Benutzen wir doch mal Telefonverbindungsdaten, um die Person zu identifizieren, die ihnen am wichtigsten sind…(…) Oder mit den Kaufgewohnheiten.(…) Diese Daten verschwinden nie, Sergeant, Nie mehr. (…) Stellen Sie sich doch mal vor, wie leicht man durch die Veränderung dieser Daten ins Leben von jemandem eingreifen könnte. Das ist ware Kontrolle, oder? Ja, man braucht nicht mal ein Mensch zu sein, um Macht über diese Leute auszuüben. Deshalb breitet sich der Daemon so schnell aus.»

(Dicke Hervorhebungen durch mich)

Suarez, Darknet (2011): 66-68.

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