2015 war das seit 1880 wärmste Jahr

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Auswertungen des National Oceanic and Atmospheric Administration belegen das Geahnte. Das Jahr 2015 war das global wärmste Jahr seit den ersten Aufzeichnungen von 1880. Zehn der zwölf Monate ergaben Refkordtemperaturen.

Der Dezember war dabei der mit Abstand wärmste aller Monate hinsichtlich der durchschnittlichen globalen Meeres- und Erdoberflächentemperaturen. Die von der NOAA veröffentlichte Studie untermauert den Klimawandel, der in meinem vorherigen blogeintrag und meinem Buch zur Sprache kam. Wäre das Jahr 2015 in der Olympiade vertreten, hätte es den ersten Platz im Medaillenranking errungen – mit Leichtigkeit.

Insobesondere der Dezember erreichte Rekordtemperaturen. Insgesamt war die Temperatur rund 1 Grad Celsius höher als die in 136 Jahren gemessenen Temperaturen.

https://twitter.com/NOAANCEIclimate/status/689837298838585344/photo/1

Die globale Temperaturerhöhung hat sich nicht auf spezifische Bereiche konzentriert, sondern war global nahezu überall auszumachen. Zentralamerika, der nördliche Teil Südamerikas, Zentralsibirien, indischer Ozean und Teile der Arktis, um nur einige Beispiele zu nennen. Die globale durchschnittliche Erdoberflächentemeratur betrug 1,36 Grad Celsius mehr als die Durchschnittstemperatur des 20. Jahrhunderts. Die globale durchschnittliche Meerestemperatur war 0,74 Grad Celsius höher als die Durchschnittstemperatur des 20. Jahrhunderts.
Die Schneedecke der nördlichen Hemisphäre war 9,5 Quadratkilometer weit und damit auf Rang elf seit den Aufzeichnungen der Schneedecken im Jahre 1968 und die kleinste seit 2008. Das arktische Polareis reduziert sich ebenso wie das der Antarktis.
Von den letzten 18 Jahren, brachen 16 Rekorde. Das weist auf einen unwiderlegbaren Trend nach oben hin. Wer den Klimawandel weiterhin negiert, hat es noch immer nicht verstanden.

Im Pariser Abkommen wurde beschlossen, die Erwärmung unter zwei Grad Celisus zu halten, besser bei rund 1,5 Grad Celsius. Knapp ein Grad Celsius haben wir bereits erreicht. Die 195 Staaten haben sich dazu verpflichtet, ihre CO2-Bilanzen im fünf-Jahres-Rhythmus zu prüfen. Wir dürfen gespannt sein.

Weitere Informationen auf NCDC.NOAA.gov

 

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Klimawandel – Das Pariser Abkommen

12. Dezember, 19:27 Uhr. Laurent Fabius, Frankreichs Außenminister und Leiter der Verhandlungen, besiegelt den 14-Tage-Marathon mit seinem grünen Holzhammer. 196 Staaten haben sich damit auf einen neuen gemeinsamen Vertrag geeinigt. Ziel des Paris-Abkommen ist es, die Erderwärmung zu begrenzen. Warum ändert sich das Klima? Und wie soll es gelingen, die Erderwärmung zu drosseln?

Das Klima ist ein geschlossenes System, bei dem die Sonne eine zentrale Rolle spielt. Sie strahlt auf die Erde, gibt über ihre Strahlen Wärme ab, die entweder vom Erdboden absorbiert oder zurückgestrahlt wird. Es gibt ein Gleichgewicht. Das war der Idealfall. Durch den menschlichen Erfindergeist dessen Streben nach Mehr ist, insbesondere seit den 1950er Jahren, ein besonders starker Ausstoß von Treibhausgasen festgestellt worden. Mehr Autos, mehr Produktion, mehr chemische Hilfsstoffe (wie FCKW oder Düngemittel) etc. führen zu mehr Emissionen. Die wichtigsten Vertreter sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O).

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Sie entstehen durch Verbrennung fossiler Energieträger, wie Erdöl, Erdgas, Kohle. Sie bilden eine unsichtbare Mauer, die teilweise verhindert, dass die Wärme vollständig reflektiert wird. Es entsteht also ein Ungleichgewicht zwischen Einstrahlung und Rückstrahlung. Unter Wissenschaftlern – lassen wir die ideologisch verkopften weg – ist es unwidersprochen, dass das gestörte Gleichgewicht vom Menschen verursacht wurde. Der Mensch ist der einflussreichste Faktor auf der Erde geworden. Es sei nebenbei angemerkt, dass weltweite Proben aus der Biospähre, also unseres Lebensraumes, nachweislich radioaktive Teilchen aufweisen. Das liegt am radioaktiven Niederschlag der Kernwaffentests von 1945 bis 1970. Deshalb wird auch vom Anthropozän gesprochen (anthropos = Mensch, Das vom Menschen Neu gemachte), als neuer Zeitabschnitt der Erde.

Was bisher geschah im Zeitraffer

Wir merken es selber. Das Wetter hat sich verändert. Es ist wärmer, Kältephasen sind kürzer. Das ist global nicht anders. Die Ozeane sind wärmer geworden. Seit 1970 um rund 0,5 Grad Celsius, mit wichtigen Folgen für die Gletscher. Die Arktis-Gletscher zweichen zurück, schmelzen und erhöhen den Meeresspiegel. Die Fläche des arktischen Meereises erreichte im September 2012 einen neuen Tiefstand. Das Eis der Arktis schrumpft alle Zehn Jahre um vier Prozent, Mehrere Forscher gehen davon aus, dass zwischen 2020 und 2040 die Arktis komplett frei von Meereis sein wird. Auch die Westantarktis leidet unter der menschlich erzeugten Erwärmung massiv. Zwischen 1992 und 2014 gingen jedes Jahr 6,4 Gigatonnen mehr Eis verloren als im Vorjahr. Die Folge sind unter anderem gestiegene Meeresspiegel. Im 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts erhöhte sich der Meeresspiegel um rund 20 Zentimeter. Die Meere dienen aber auch zur Aufnahme der Treibhausgase, hier insbesondere CO2, als sogenannte Kohlenstoffsenke. Sie nehmen das CO2 auf, das im Meer versinkt, verteilt und umgewandelt wird. Pro Tag sind es rund 20 Millionen Tonnen CO2, die das Meer aufnehmen kann. Die dramatische Zunahme an CO2 führt aber zu einer Versauerung der Meere. Der durchschnittliche ph-Wert ist seit der Industrialisierung von 8,2 auf 8,1 gefallen. Klingt nicht dramatisch, ist es aber doch. Das ökologische Gleichgewicht der Meere ist empfindlich gestört, denn das wichtige Kalk kann sich durch die Versauerung nurnoch schwer bilden. Korallen sterben, Algen können keine Kalkschalen mehr entwickeln, mit weitreichenden Folgen für die Nahrungskette der Meere.klandestino_Thoma_blog_gletscher_glacier

Und München? Laut dem Deutschen Wetterdienst, wir München sich zu einer Hitzeinsel entwickeln. Dies Hat Dr. Paschlau auf unserem Vortrag zur Jahreshauptversammlung erwähnt. Auch die Stadtklimaanalyse der Landeshauptstadt München sagt einen deutlichen Temperaturanstieg von 4,5 Grad Celsius voraus. Zur Entlastung müssen wichtige, einschneidende Maßnahmen vonnöten sein.

Ziel 1: Anstieg der Temperatur auf unter zwei Grad Celsius halten

Zwei Grad Celsius gemessen am vorindustriellen Zeitalter. Weiter darf die Temperatur der Erdoberfläche nicht steigen. Könnte das Klima ansonsten kippen und fatale Folgen für die Menschen haben? Tatsächlich ist das eine Zahl, die ein Forscher 1975 errechnet hat. Sie ist antqiuiert, denn wir müssen bereits jetzt feststellenn, dass es mehr Überschwemmungen auf der einen Seite, extremere Dürren auf der anderen gibt. Trinkwasserressourcen verschwinden, Wälder sterben aufgrund von Wassermangel oder werden von Wassermassen fortgerissen. Und der Mensch muss seine Lebensweise zwangsläufig verändern. Vieles geschieht (noch) nicht vor unserer Haustüre. Betroffen sind Staaten in weiter Ferne, wie Vanuatu, Tuvalu, Malediven oder die Marshall Inseln.

Von diesen zwei Grad haben wir bereits jetzt rund 1 Grad Celsius erreicht. Die Hälfte dieses „Budgets“ ist also schon erreicht. Deshalb ist es richtig, 1,5 Grad Celsius in das Paris-Abkommen mitaufgenommen zu haben, auch wenn es im Vertragstext nur heisst, dass sich die Staaten anstrengen sollen, das Ziel zu erreichen. Allerdings hätten sich die Inselstaaten ansonsten geweigert, das Abkommen zu unterzeichnen. Ab 2023 werden die nationalen Maßnahmen überprüft.

Ziel 2: Eindämmung der Treibhausgase – zumindest ein wenig

klandestino_Thoma_blog_factory_smokeMomentan haben wir einen Ausstoß von 400ppm (particles per million, Teilchen pro Million) CO2. Vor der Industrialisierung waren es noch 278 ppm. Das ist erwiesenermaßen zu viel, weshalb prominente Forscher, wie James Hansen eine Begrenzung auf 350 ppm fordern. Die Politik hat hierfür keine symbolische Zahl ausgerufen, wahrscheinlich aus Kalkül heraus. Aber einen Begriff: Dekarbonisierung. Also der Versuch, ohne Kohlenstoffdioxid zu leben. Ein Biologe würde schmunzeln, denn streng genommen dürften wir Menschen dann nicht mehr leben. Wir produzieren mit jedem Atemzug Kohlenstoffdioxid. Beim Gipfeltreffen der G7 in Elmau wurde beschlossen, im Vergleich zu 2010, 80 % der Treibhausgase bis 2050 einzusparen und bis 2100 vollkommen ‘karbonfrei’ zu leben. Die LH München geht andere Wege. Sie will mindestens bis 2035 ihr HKW Nord 2 weiter betreiben. Es stößt rund 20 Prozent der städtischen Emissionen aus. Dieser Kurs muss korrigiert werden. Auf Kohle setzen auch China, Indien oder Venezuela, weswegen sie konkreten Zielen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen opponiert hätten. Von Dekarbonisierung ist nicht mehr die Rede. So ist nur eine schwammige Formulierung übrig geblieben. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll ein Gleichgewicht hergestellt werden zwischen Ausstoß und Aufnahme von CO2. Jeder Staat kann also CO2 ausstoßen, solange für das ‘Einfangen’ gesorgt wird. Maßnahmen, wie das Carbon Capture and Storage (CCS), bei dem das CO2 in tiefe Gesteinslagen gepumpt wird, könnten dazu Hochkonjunktur erleben, auch wenn es bisher wenig positive Erkenntnis dazu gibt. Auch Methoden des Climate Engineering könnten dazu dienen, das Gleichgewicht herzustellen, jedoch mit ungewissem Ausgange. Deren biolophysischen, biochemischen und technologischen Auswirkungen auf das Klima sind kaum erforscht und mit viel Zweifel durchsäht. Welche Chancen sich dabei für die Erneuerbaren Energien ergeben, muss auf nationaler Ebene entschieden werden. Sie müssen jedenfalls absoluten Vorzug erhalten.

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YouTube Video Autostart abschalten

Problem:

Das eingebundene YouTube Video startet bei Aufruf des Beitrags automatisch.

Komponenten: Joomla und AllVideo plugin
Das Videowird mittels des Codes:

{youtube}YouTube-ID|600|450|1{/youtube}

eingebunden.

In den Einstellungen des plugins ist der Autostart deaktiviert. Dennoch startet das Video automatisch.

Die Lösung:

{youtube}YouTube-ID|600|450|1{/youtube}

Die fett markierten Zeichen müssen entfernt werden.

So sieht der korrekte Code aus.

{youtube}YouTube-ID|600|450{/youtube}

Nun sollte es klappen! Speichern, Seite aufrufen und testen.

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Climate Engineering – Eine ethische Analyse

Noch klingt es nach Science-Fiction: Das aktive Verändern des Klimas, durch Technologie, Biophysik und Biochemie. Das bedeutet auch ein Mehr an Verantwortung.

Climate Engineering-eine ethische Analyse

Sonnenschilder, die das Sonnenlicht über der Erde reflektieren. Das Entstehen oder Auflösen lassen von Wolken. Die Zirkulation des Meerwassers beschleunigen oder mit Eisen düngen. Diese und weitere Methoden werden jedoch bereits erforscht, getestet und könnten Realität werden. Die ökologischen Folgen sowie die gesellschaftliche Steuerbarkeitjedoch sind jedoch ungewiss. Die Macht zu besitzen, aktiv in den Klimakreislauf einzuwirken bedeutet, eine neue Dimension der Verantwortung zu haben, der wir Menschen uns stellen müssen.

Das Buch ist fertig, der Grafiker lässt sein Programm noch heissrechnen und dann ist es bald soweit – noch diesen Monat.

 

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Second Earth: Thinking About Environmental History on a Planetary Scale

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Rachel Carson Center – Lunchtime Colloquium (January 7th 2014)
Second Earth: Thinking About Environmental History on a Planetary Scale
Prof. Dr. Donald Worster

Donald Worster: The discovery of the New World was the birth of “capitalism and the idea of infinite economic growth, as well as expansion”

Romuld Mercator’s map constructed an image of a new pristine earth with untouched soil. A new world, suggesting that South America doubles Africa’s size. Today it is known, that this is not correct. But following Donald Worster, this exaggeration suggests, how impressed Romuld Mercator seemed to be with the discovery of the second earth. Mr. Mercators’ map became the most important document, a founding piece towards a pursuit and achievement of natural abundance, although neither knowing anything about ecological nor geographical preconditions. A new age was proclaimed by an image, multiplicated and copied numerously throughout Europe – because of hope, hope of material abundance and liberty. The inscribed image and the importance of the accidental discovery of the New World as well as the passage to the Indias by way of the Cape of Good Hope, was written down in the 1770s by Guillaume Raynal, a french philosopher. With the discovery, a revolution began “in commerce, in the power of nations, in the way of live, in the industry and the government of all the people.”
This thoughts were adopted by Adam Smith, the author of Wealth of Nations, the founder of modern economics. He deeply believes, too, that natural resources are eminent for an infinite economic growth. Therefore, the New World had to be exploited. The idea of natural liberty, of an economy of laissez-faire, of infinite growth as the capitalists main target, has been inscribed in the political systems (not only) of the western hemisphere. This was not said directly by Mr. Worster, but it seems to be immanent.
In summary, the discovery of the New World was the birth of “capitalism and the idea of infinite economic growth, imperialist expansion and powerful states as well as science as a tool of conquest and a global outlook on trade, immigration, and expansion”(23:49).
The last 500 years, the Old World benefited enormously by exploiting Second Earths’ resources Thus, the Age of Abundance is exogenous induced, and still is. This fact is underestimated in the scientific world, according to Mr. Worster. The economic wealth could only be generated by the New Worlds’ resources and as there is no Third World that could be discovered now, our world has to be treated with care as we are heading the limits of growth. Mr. Worster refers to the book The Limits of Growth, written in 1972. Therein, the consequences of interaction between humankind and the Earth were modeled by computer simulations showing that collapse in 21st century are highly possible. Furthermore, the potential collapse – or limit of natural resources – is due to the capitalist idea of infinite growth. The idea of a limited earth, coming to an end as long as the paradigm of an infinite economic growth prevails, following Mr. Worster, was mainly introduced by the epistemic community, not by grassroot movements or Hollywood. New discoveries were and still are made in the scientific community and one might ask, which role it assumes in future. Unfortunately, Mr. Worster did not answer this question stressing his role of an historian.
The limits of growth require a Copernican revolution of the mind, a fundamental change, because, as it seems to me, Adam Smiths ideas are inscribed in the political systems of the most powerful states. So, we, as epistemic community, should make it our aim, to spread our research findings not only in the academic world, but in the whole world. Understandable, sometimes fighting against windmills. Therefore we sometimes have to leave the standpoint of our (supposed) objectivity and say if things are good or bad. And we have to say it clearly, if our political system is corrupted by capitalist ideas and is not working as an agent of the citizens anymore, so that we not only need a Copernican revolution of the mind, but the changing of corrupted systems.

This short essay is a review of Prof. Worster’s talk.

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Donna Haraway – An oeuvre demanding more affinity and responsibility

Das ist ein Aufsatz für das Rachel Carson Center zu Donna Haraway. Es umfasst pointiert die zentralen Thesen Haraways eingebettet in die determinierenden historische Ereignisse

4. Oktober 1957. Sputnik 1 erobert als erster Satellit den Weltraum in einem Krieg, dem Kalten Krieg,  zwischen den zwei damals mächtigsten Nationen. Donna Haraway, damals gerade einmal 12 Jahre alt, wurde durch diesen von einem Fortschrittsglauben geprägten, maskulinen Wettbewerb der bi-polaren Weltordnung tief beeinflusst, ja durch ihn selbst produziert. So erstaunt es nicht, dass es in Haraway‘s Forschung stets um das Aufbrechen von Kategorien, Dichotomien und maskuliner Dominanz geht und ihre Texte stets politisch aufgeladen sind.

Das Strategic Defense Initiative (SDI), auch „Star Wars Program“ genannt, wird im Jahre 1983 durch Ronald Reagan und Edward Teller (dem Vater der Atombombe) initiiert. Dabei sollen Waffensysteme sowohl auf Land als auch auf See und sogar im Weltraum positioniert werden, um sowjetische Raketen vor dem Einschlag auf US-amerikanischen Boden zu zerstören. Personal Computer feiern sukzessive ihren Einzug in das Private. Technologie im Allgemeinen beeinflusst und interagiert immer mehr mit den Menschen, ein Topos, den das literarische Genre des Cyberpunk in den 1980er aufnimmt und extrapoliert. Nahzukunftsvisionen, die geprägt sind von der Aufhebung der Grenze zwischen Mensch und Maschine und dessen Auswirkung das Humane, finden immer mehr Beachtung und sind heute Zuschauermagneten in den Kinos. Beeinflusst von dieser Lebenswelt, verfasst die promovierte Biologin im Jahre 1985 ein ironisch-politisches Manifest, das sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Populärkultur einen tiefen impact generiert hat. Die in diesem Manifest geäußerten Gedanken kehren in späteren Schriften immer wieder zurück und bilden das Gerüst ihres Denkens. A Cyborg Manifesto wendet sich sowohl gegen die Manifestation der Menschheit im physischen Körper, als auch gegen  den Ansatz des vom Humanismus geprägten autonomen, individuellen agents Mensch, denn innerhalb eines solchen Konstrukts entstehen männlich dominierte Hierarchien und Dichotomien, deren Sinn einzig in der Unterdrückung liegen. Haraway plädiert in A Cyborg Manifesto hingegen für einen Aufbruch dieser Dichotomien, ein Verwischen traditioneller Grenzen zwischen Tier-Mensch, Mensch-Mensch (Mann/Frau), Tier- Mensch-Maschine und dem Physischen-Nicht-Physischen (z.B. TV-Gerät/Licht), um den Menschen im Verbund mit anderen Lebensformen, vernetzt mit der Umwelt und der Technologie zu verstehen. Dadurch wird der Mensch zu einer/einem Cyborg, einem hybriden Wesen aus Organismus und Mensch, Fiktion und Geschöpf der gesellschaftlichen Wirklichkeit zugleich, das Gender, Klasse oder Rasse verwischt und obsolet werden lässt, wandelnd auf einem ehemaligen Schlachtfeld eindeutiger Kategorien und Dualismen. Dieser Zuwachs an Potentialität bedeutet jedoch zugleich ein Mehr an Verantwortung hinsichtlich der Konstruktion von Grenzen in einem steten Wandel des Einflusses und der Identifikation.

In ihrem zweiten Manifest, The Companion Species Manifesto: Dogs, People, and Significant Otherness, wendet sich Donna Haraway der Verbindung zwischen Menschen und Hunden zu. Die Figur des Cyborg kann die drängenden (politischen) Fragen nicht mehr ausreichend darstellen, Fragen der Zerstörung der Natur-Kultur durch eine Entkoppelung des Menschen von der Natur. Wie in A Cyborg Manifesto, gibt es auch hier keine autarke agents, da Mensch und Hund faktisch gesehen nahezu über die ganze Menschheitsgeschichte miteinander gelebt und dadurch eine symbiotische Beziehung eingegangen sind, sodass sie ontologisch gesehen keine verschiedenen Identitäten bilden. Auch sie sind hybride Geschöpfe, bilden gegenseitige Konstituierungen von Menschen und in diesem Falle Hunden. Dies fasst Donna Haraway mit dem Begriff des Companion Species zusammen im Bewusstsein, dass co-evolutionäre Beziehungen nicht nur zwischen Mensch-Tier bestehen. Gleichwohl Menschen Hunde konditionieren, sie in Zwingern halten und (zumeist) dominieren, besteht eine gegenseitige Verbindung und Veränderung, bei dem der code des Lebens durch die enge Beziehung und den damit einhergehenden Austausch von Körpern umgestaltet wird. Diese Transformation nennt Donna Haraway metaplasm. Kein Lebewesen ist entkoppelt von diesen Prozessen des Werdens, sodass dieser Prozess als becoming-with definiert werden muss. Auch in diesem Manifest sind die Grenzen permeabel, bekannte Taxonomien obsolet, sodass neue Verwandschaftsverhältnisse gesucht werden müssen in einer Natur-Kultur, die keinen natürlichen telos und keine strikte Ordnung kennt, in der eine neue Definition von Gemeinschaft gesucht werden muss, basierend auf Empathie, Verantwortung und Anerkennung auch nicht-menschlicher agents, wie Tiere, Pflanzen, Zellen oder Bakterien.

Dieser Artikel ist open content bedarf jedoch der Nachfrage beim Autor zur Nutzung des ganzen oder bestimmter Teile des Artikels.
Ich bitte jede und jeden dieser Prämisse zu folgen.

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Fresh Kills Park – A Multi-Dimensional Memorial


Fresh Kills Park. A Multi Dimensional Memorial

I. Introduction

The change and appropriation of land is an inherent anthropological phenomenon. All known cultures explored their environment, the circumjacent nature and tried to adapt it or to influence it – more or less directly. In northern America, the landscape was also modified, not only since the first settlers from the Old World stepped on the New World’s soil. Indigenous people changed their landscape to fulfill certain cultural ideals as well as to generate enough resources to survive. Though, in contrast to the settlers, they hunted as much as they needed, always in harmony with Nature. The different cultural topics regarding natural appropriation and acquisition of property, lead to severe differences. Fences were built, wood was cleared, landscape deeply changed and the native people irritated. This work deals with a special form of changing the landscape in a very space place – Fresh Kills, Staten Island. It outstandingly demonstrates, on the one hand, how development and technique is able to destroy natural habitat as well as endanger people and, on the other hand, reestablish contaminated landscape through complex technological processes. For this purpose, a brief historical overview will be presented in the first section, followed – in section two – by a description of the transformation process of Fresh Kills, focusing on decisive factors for it. The last section depicts the time of transformation, showing ideas and special technical processes, which are supposed to transform the former landfill into a nature park.

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Environmental Governance and Civil Society in Nigeria – Presentation by Mr. Jonathan Agbonifo

Due to my work and my spare-time-activities, I wasn’t able to write new articles on my weblog. That’s so sad, to be honest, as there are so many topics I want to discuss..Well..Nevertheless I’m trying to hop into the time machine and go back to the future 😉

As I am part of the Certificate Program of the Rachel Carson Center in Munich, I also attend to the so called Lunchtime Colloquium. Not only that we getto discuss themes and topics between several researchers, we also listen to a researcher’s research.

This time, it was Mr. Jonathan Agbonifo from Nigeria. A very interesting topic, as I myself made deep research within the topics of peace and conflict studies.

So, here you get my short impression of Mr. Agbonifo’s talk:

Rachel Carson Center – Lunchtime Colloquium (November 7th 2013)

Environmental governance and civil society in Nigeria

John Agbonifo

Civil society the best for effective overall development, including better management of environmental resources.

Expansion of c s groups led to a deepening of environmental crises.

It seems to Mr. Agbonifo that the hope evinced by the architects of the new liberalism was misplaced.

How do we reconcile the apparent contradiction between a growing an activist growing evtl movement and deepening of envtal crises in Nigeria?

Mr. Agbonifo focuses his work geographically at the Niger delta, which is the largest wetland in Africa (70000 square km). It has huge mangrove swamps (6000 square km) and is the home for 30 million people of various ethnicities. Regarding exploitable goods, the Niger delta is rich in oil and gas reserves.

The exploitation of these resources began in the 1950s, which had and still have an enormous impact on humans and the environment, e.g. deforestation, river pollution, gas flaring or the destruction of local economy. The  trickle-down-effects were minimal, so that the people had no real advantage of the exploitations. To manage the environmental intrusions, the state established several regulations, which created no real impact in practice.

The modern environmentalism began due to two events that happened between the late 1980s and the early 1990s. In 1987, an italian company dumped chemical wastes at the Koko port in Nigeria, some of which contained radioactive materials. 26 workers suffered chemical injuries due to radiation exposure.

Aggrieved communities in the Niger Delta, that suffered for decades from environmental devastations, mobilized themselves to protect the environment.

The environmental movement is not a homogenous entity. JA thereby defines three groups:

A Government group (technical and managerial solutions, awareness, educated, but elitist, specialized, they do not question injustice, do not back protest against government)/

e.g. Nigerian Environmental Society

An emancipatory group (they question injustice, reject cultural codes and adopt public protest) / Movement for the Survival of the Ogoni People

Finally, hybrid groups exist. (technical and managerial solutions critical but seek reform more than protest). Community mobilization e.g. Environmental Right Action

Why has civil society concern with the environment not translated into improved environmental outcomes?

  • What is the nature of relations between the Nigerian State and the environmental movement?
  • What are the contributions of the environmental movement to environmental governance in Nigeria?

Following JA, the modern state has three basal core imperatives: Maintain order, international competition and the raise of revenue for the first two.

Although the modern state is created for peoples benefit, there are moments, the state turns into an authoritarian state, in such a way that it limits the emergence of social and environmental movements. Furthermore, it does not create the opportunity to link the local interests and movements to a bundled and common outcome to become a threat to state government.

Based on Dryzek et al., the state can be inclusive (actively or passively) or exclusive actively or passively), dependent on the grade of threat the government is faced to.

In relation with Nigeria, the state has a sixth and decisive core imperative, which obstructs the emergence of a powerful environmental movement.

The postcolonial Nigerian state serves the interest of global capital through establishment, especially by protecting and expanding the conditions of capitalist accumulation. So, facilitating capitalist accumulation becomes a core imperative of the Nigerian government, which the state has to save through active or passive action.

This sixth imperative is a result of the colonial influence in the state-design. Consequently, the state is developed to accumulate global capital and the politicians in the government are compromised.

Relating to the Niger Delta, the state facilitates the legal dispossession as well as the  exploitation of land in benefit of oil companies. Furthermore, environmental regulations are not enforced and severe dangers are taken into account to serve international companies.

Following Mr. Agbonifo, the general main objectives of the governance groups are to protect the biodiversity, promote the use of resources in a sustainable manner and to advocate for action that minimizes pollution. Their strategy is policy-driven and therefore in deep connection with the state. So, their main goals are to create awareness regarding environmental problems and to educate people. Therefore, scientific management is needed. As the governance groups cannot force the government in any way, they are not in conflict with the state’s imperatives, so that the groups are actively included and collaborations are established between them and the government.

Emancipatory groups want a right to control and use the Ogoni resources in a fair way, towards a better development of the Ogoni environment, as well as to stop the degradation of the landscape. Therefore they created a Bill of Rights, adopted public protest, but also disrupted operations of oil companies in Ogoniland. In addition, the protest was internationalized. As reaction, the state initially ignored these groups (passively exclusive), later on tried negotiations (active inclusion), but as the groups demanded more inclusion, the state reacted with active exclusion through military repression and killings.

Finally, the hybrid group’s objectives are to establish oil spill regulations through lobbyism, create an awareness for environmental issues. As a typical hybrid group, NACGOND is mentioned. A national coalition of several foundations, movements and interest groups in order to enhance operator’s compliance to local and international standards regarding spills and gas flaring in the Niger Delta. Nevertheless being such a presumed huge player, neither the state nor the oil companies seem to be impressed by NACGOND’s efforts. So, the state’s response towards hybrid groups is passively exclusive and passively inclusive depending on the specific case.

In summary, the Nigerian state responds as the occasion demands in different ways. Because if this, Mr. Agbonifo defines the state as mainly elusive. The fate of the environmental group depends on their position towards the state and government. As long as the group matches with the state’s core imperatives, it will not be in danger. Though, does the environmental group resort to violence either towards the state or the international companies, the state itself will be actively exclusive, mainly by violence.

Aggravating, the different environmental groups are inhomogenous, so that they do not confederate with each other, as well as coalition talks between the groups from different categories are not considered.
Maybe the interconnection of different groups could be a promising starting point, as they all have one task to solve: Establishing a sustainable environment for all the Nigerians. Local knowledge could be linked with the knowledge of the epistemic community – as you could call the first group, the governance group. Groups tending to guerrilla warfare should be isolated, so that the movement and the idea as a whole does not run into mischief. Anyhow. Due to its strategy, the government is like a monster, as Mr. Agbonifo said in the Q&A. At the moment you seem to be dangerous, it will eat you. Therefore, the international community should be taken into responsibility, at least because the established political system was designed by economic ideas established by western masterminds.

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Cyborgs…Superhumans…Superunexpected

Tjaja..So ist das nunmal.
Für uns aficionados nichts neues, nichts unterwartetes, allzu erdenkliches.
Experten des National Intelligence Council der USA, einem Gremium zur Erarbeitung  zukünftiger Trends, haben nun in ihrem Global Trends 2030 -Alternative Worlds [pdf] offenbart, dass die Verbindung von Mensch und Maschine in Zukunft sehr wahrscheinlich ist. Welch Überraschung! Wovon wir schon lange träumen, wir uns vorstellen und bereits fragmentarisch im Jetzt erkennen – das soll der NIC als Trend erkannt haben. Ich bin begeistert. “Zudem werde mit Implantaten “die Lücke zwischen Gehirn und Maschine” über entsprechende Schnittstellen geschlossen. “Menschen können sich entscheiden, ihren Körper zu verbessern – so wie sie es heute mit Schönheitschirurgie tun”, heißt es.”[link]
Schnittstellen..an wen erinnern wir uns? MacLuhan? Nein. Auch, vielleicht…Friedrich Kittler!
Und jetzt kommt es: Das Militär soll von solchen Trends profitieren? Nein? Ehrlich?
Was wir schon lange in Computerspielen wahr werden lassen, was schon längst in unseren Köpfen real ist, das erkennt der Rat erst jetzt als ein mögliches, zukünftiges Szenario?
Boring! Jungs, nehmt Literatur ernst! Nehmt Computerspiele ernst! Sie sind Teil moderner Kunst! [link]

Mehr dazu folgt. Und eines wird immer deutlicher: Ich muss mein Vorhaben durchziehen. Die Zeit ist reif!

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