Der Gedanke der Demokratie – Für das Amerikahaus


Angesichts des unsäglichen Hickhacks um das Amerikahaus, aber auch der Bayerischen Lotterieverwaltung, habe ich es mir bereits im Sommer 2011 an die Fahnen geschrieben, gegen diese Entscheidung vorzugehen. Nebst Anträgen, Initiativen, Solidaritätsbekundungen habe ich eine Veranstaltung initiiert, die nun bald stattfindet! Ihr seid alle eingeladen!

Wir sollten alle für Institutionen kämpfen, die unsere Kultur (wie man sie auch definieren mag) bereichern, uns Bildung nahebringen, einen Ort der Kommunikation, des Austausches  offerieren.
Insbesondere durch die Symbolkraft des Hauses, sollte alles dafür getan werden, das Amerikahaus, bzw. die Bayerisch-Amerikanische Zusammenarbeit zu fördern und dort zu belassen, wo sie ist.
Solidarität!
Anbei ein Artikel von mir, der bald veröffentlicht wird und bereits im amerikahausblog.de veröffentlicht wurde. Das freut mich wirklich sehr und erfüllt mich mit Stolz!

Der Gedanke der Demokratie – Für das Amerikahaus

Von Wolfgang C. Thoma

Horst Seehofer hat unlängst (09.03.2012) per Dekret erlassen, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften in das Amerika-Haus umzusiedeln.
Nachdem die erste Entscheidung im Sommer 2011 sowohl in der Zivilgesellschaft, als auch in der Politik für Unmut und Entrüstung gesorgt hatte, wurde monatelang nach Alternativen gesucht – scheinbar.

Zahlreiche Gebäude stehen leer, wären zur Nutzung frei, jedoch hat die Staatsregierung monatelang ein Katz- und Maus-Spiel veranstaltet, bei dem nun jeder als Verlierer dastehen würde.

Bei einer Umsetzung des Planes, müsste die Staatliche Lotterieverwaltung – schräg gegenüber dem Amerika-Haus residierend – ausgelagert, viele Arbeitsstellen nach Franken verlegt werden. Das Bayerisch-Amerikanische Zentrum müsste ihr Programm auf 20 Prozent verkürzen. Die Acatech würde als Terminator einer kulturellen Instanz Münchens gelten, die sich aus vergangenheits- und symbolpolitischer Sicht mit dem NS- Dokumentationszentrum komplettiert und in das Kunstareal Münchens als Gesamtkonzept einfügen würde.

„Die Offenheit, Kraft und Freiheit Amerikas kamen unserer Aufgabe zugute. Durch das Oberlicht wollten wir den Eindruck der Freiheit nach oben vermitteln. In den Vortragssälen sollte der Gedanke der Demokratie weitergegeben werden“, so Baudirektor Karl Fischer in einem Interview.

Die Demokratie verlangt Transparenz und Kultur.

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Darknets augmented reality

“Price machte jetzt Armbewegungen, als vollführe er ein magisches Ritual. Sebeck wusste, was das hieß: Price manipuluierte Objekte in einem Layer des D-Raums. Einem Layer, das auf Sebecks HUD-Brille noch nicht sichtbar war. Price holte weitere unsichtbare Objekte heran. Dann wandte er sich Sebeck zu. «Das ist die reale Welt, Sergeant. Die, nach der Sie sich so zurücksehnen.»

Plötzlich erschien ein neues D-Raum-Layer über der realen Welt: Tausende von Callouts, leuchtende Zahlen, die über den Köpfen der Mall-Besucher schwebten. Dollarbeträge, die positiven in Grün, die negativen in Rot. Die meisten Zahlen über den Köpfen der Leute waren rot.«- $23 393» stand über dem Kopf einer Frau von Mitte zwanzig, die in ein Handy sprach. «- $839 991» über einem gediegen gekleideten Mann in den Vierzigern, «- $17 189» über seiner Teenager-Tochter und so fort. Zahlen über Zahlen.

Price hob theatralisch die Arme. «Das Reinvermögen jedes Einzelnen. Echtzeitdaten.» (…)

«Ich beziehe diese Daten aus kommerziellen Netzwerken und projiziere sie in den D-Raum. Fragen Sie sich doch mal, wie ich den Kontostand dieser Leute herausbekommen sollte, ohne zu wissen, wie sie heißen. Vergessen Sie nicht: Es sind alles keine Darknet-Mitglieder.»

(…) «Sie wollen behaupten, dass Sie die Daten offen mit sich herumtragen»

«Ganz genau. Was sagen Sie dazu?» (…)

«Niemand hat irgendwen implantiert (Ortungschips, wie Sebeck vermutet. Amn. d.A.).(…) Handys werden ständig geortet und die Ortungsdaten in einer Datenbank gespeichert. Auch Bluetooth-Geräte haben eine individuelle Kennung. Telefon-Headsets, PDAs, Musik-Player. So ziemlich jedes elektronische Spielzeug, das man sich kaufen kann. Und inzwischen gibt es RFID-Tags in Führerscheinen, Pässen und Kreditkarten. Sie reagieren auf Funkenergie mit der Aussendung einer individuellen Kennung, aus der man die Identität der betreffenden Person erschließen kann. Privat betriebene Sensoren an Orten, wo sich viele Menschen aufhalten, sammeln diese Daten ein, und zwar in aller Welt. (…)

Datenspeicherung kostet heutztage fast nichts mehr, also zeichnen Datenbroker so gut wie alles auf, in der Hoffnung, dass es irgendwann für irgendwen von WErt sein wird. Die Daten werden von Dritten gesammelt, mit individuellen Identitäten verknüpft und verkauft wie andere Verbraucherdaten auch. Es ist keine Verschwörung. Es ist ein regulärer Wirtschaftszweig, aber einer, von dem die Leute da unten nichts wissen. Sie werden gechipt wie Schafe und haben dabei auch ungefähr soviel Mitspracherecht. (…)

Wie sehen wir für einen Computeralgorithmus aus, Sergeant? Computeralgorithmen werden nämlich Entscheidungen fällen, die für diese Leute lebensbestimmend sind, und sie werden es auf Grundlage dieser Daten tun. Wie wär’s zum Beispiel mit der Kreditwürdigkeit – beurteilt von einem eigenmächtigen Algorithmus, den niemand hinterfragen kann? (…) Oder mit der Krankengeschichte? (…) Oder mit etwas ganz Zentralem: zwischenmenschlichen Beziehungen. Benutzen wir doch mal Telefonverbindungsdaten, um die Person zu identifizieren, die ihnen am wichtigsten sind…(…) Oder mit den Kaufgewohnheiten.(…) Diese Daten verschwinden nie, Sergeant, Nie mehr. (…) Stellen Sie sich doch mal vor, wie leicht man durch die Veränderung dieser Daten ins Leben von jemandem eingreifen könnte. Das ist ware Kontrolle, oder? Ja, man braucht nicht mal ein Mensch zu sein, um Macht über diese Leute auszuüben. Deshalb breitet sich der Daemon so schnell aus.»

(Dicke Hervorhebungen durch mich)

Suarez, Darknet (2011): 66-68.

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Project Glass

Gestern lief es durch den Ticker und wenig später auch im TV.
Google bestätigt die lange im Raum stehenden Gerüchte um ein brillenähnliches Konstrukt, welches Informationen in das Sichtfeld der tragenden Person liefert.

So neu scheint dem aufmerksamen Interessierten diese Brille nicht. Wir kennen sie aus verschiedenen Science-Fiction-Büchern und SF-Filmen (.u.A. Johnny Mnemonic (W. Gibson), Disclosure (M. Crichton), oder  They Live).

Es ist die logische Erweiterung des Smartphones, das dem Gros der Nutzer beinahe schon wie in der Hand verwachsen ist.

Es soll selbstverständlich mit dem Internet verbunden sein, es soll sowohl ein GPS-Modul als auch eine Kamera besitzen. Jegliche, gewünschte (und vermutlich auch unerwünschte Information wie Werbung) Information, wird eingeblendet.Von Terminen, zum Wetter, hin zur sogenannten augmented reality. Also der Erweiterung der Realität. Informationen über Gebäude etc. werden direkt in das Sichtfeld eingeblendet. Über GPS kann dann auch navigiert werden. Ich würde mich nie mehr verlaufen ;) Es nimmt damit aber natürlich auch die spontane Entdeckung…

Nicht unlängst habe ich zwei interessante Bücher gelesen.
Daemon und Darknet, von Daniel Suarez. In letzterem Buch wird eine solche Brille zu einem tragenden Element der Geschichte. Ebendiese Bücher haben mich  – das nur nebenbei – dazu angespornt, eine Doktorarbeit zum Thema Cyberpunk zu verfassen. Leider gibt es formaltechnische Problematiken. Es lebe die “freie” Universität.

Wie dem auch sei. Eigentlich wollte ich schon zu Zeiten, als ich die Bücher verschlang, Zitate daraus rezipieren. Meine Faulheit obsiegte, leider.

DAEMON:
Es ist “ein Computerprogramm, das ständig im Hintergrund abläuft und zu festgelegten Zeitpunkten oder als Reaktion auf bestimmte Ereignisse spezielle Prozesse ausführt. Das Wort ist eine Zusammenziehung aus  Disk and Execution Monitor” (Dameon 2010: 8).

Einem Topos des Cyberpunk entsprechend, gibt es ein dezisives Unternehmen. Die CyberStorm Entertainment. Sie zeichnet einen Jahresumsatz von 40 Milliarden Dollar im Bereich der Spiele-Industrie. Speerspitzen sind die Spiele Over the Rhine und The Gate. Der Begründer und Chef, Matthew A. Sobol erliegt bereits zuanfang der Geschichte einem Tumor, jedoch wird er immer wieder in Erscheinung treten – in der virtuellen Welt.

Auch das zweite Topos, genuin aus dem Genre des Film Noir, findet hier Anwendung: Der Anti-Held. Der aufgrund seines privaten Umfelds gebrochene Kämpfer, der seine eigenen Überzeugungen hat, mit der Gesellschaft und in ihr nicht zurechtkommt. Pete Sebeck. Er fällt während der Geschichte tief, liegt am Boden, um wieder aufzustehen und den quest, die Herausforderung bereit zu sein aufzunehmen.

HUD-Brille

Die Brille in der Geschichte nennt sich HUD-Brille (Heads-Up-Display), also ebendem Produkt, das Google nun lancieren möchte.

Es zeigt die virtuellen Namen der anderen Benutzer an, die ebenfalls eine solche Brille besitzen und aufgesetzt haben. Sobald sie abgesetzt wird, ist man offline.Pete Sebeck, der Anti-Held muss einem thread folgen, seiner Herausforderung, die ihm durch die HUD-Brille gezeigt wird. Sie ist spziell für ihn programmiert und nur er kann sie durch seine Brille sehen. Hier ist die augmented reality in der Geschichte verwoben.

Personen, die in dieser Welt nicht agieren, werden natürlich kategorisiert: Nicht-Spieler-Charaktere (NSCs) (Darknet2011:64).

Teil Zwei folgt als eigener Eintrag.

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A. Mucha – Vient de paraitre

Aufgrund unvorhersehbarer Geschehnisse trieb es mich in die Neue Pinakothek.

Beim flanieren, staunen, denken und verbinden wurde ich dem Ende meines Besuchs gegen mit Alfons Mucha konfrontiert. Und ich war sofort Feuer und Flamme. Aufgrund meiner Besuche der Villa Stuck, war ich mit dem Jugendstil vertraut, sodass ich die Kunstform Muchas sogleich in diesen Stil kategorisierte.

Mucha, prager Herkunft, reiste zu Studien- und Arbeitszwecken durch Europa. Er residierte auch in München, wo, konnte ich ad hoc nicht eruieren. In Paris erreichte er den Zenith der Bekanntheit durch seine Arbeiten für Sarah Bernhardt, der damaligen Ikone des Schauspiels, insbesondere des Dramas. Er wurde einer der bekanntesten Künstler der sog. Belle Epoque. Er kreierte das Plakat zur Aufführung der Gismonda. Bernhardt, ob der Begehrtheit des Plakates, aber auch aufgrund der Schönheit seiner Arbeit, engagierte Mucha für weitere Arbeiten. Wohlbekannt auch seine Arbeit für La dame aux camélias.

Ich selber wurde angefixt durch eine Bronzearbeit und ein Bild:

Mucha - La NatureDiese Büste erinnert mich stark an die Heroinen aus Comics, Erzählungen etc. unserer Zeit. Und es musste so kommen. Sie müssen so aussehen, weil die Vergangenheit uns mit diesen Bildern gespeist hat, insb. durch Kunst (Film, Buch, Zeichnung).

Deswegen rekurriere ich auch auf das zweite Bild. Es erinnert mich stark an den Stummfilm, insbesondere an Metropolis oder Nosferatu. Die Ästhetik wiederholt sich, bzw. wird erweitert, angepasst, von Künstlern mit neuen Ideen und Möglichkeiten angeeignet. Die Kunst ist ein Diskurs. Cyberpunk ist ein Diskurs.

Documents decoratifs

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Das Verlangen als Antriebsfaktor

Wie die Zufälle so spielen. Eigentlich wollte ich das mehr oder weniger neue Buch von Anthony Horowitz kaufen, The House of Silk. Leider war es jedoch nicht in meinem Buchladen vorhanden. Beim herumstreunern fand ich aber zwei andere, sehr interessante Bücher: Jeremy Rifkin: Die empathische Zivilisation (Rezension). In dieser steht: “Gefühl, Gefühl vor allen Dingen! Jeremy Rifkin weiß, wie die Menschheit allen drohenden Katastrophen entkommen kann, und treibt eine neue Theorie durchs globale Dorf.” (eigene Hervorhebung).

Durch das globale Dorf? Ja genau! Marshall McLuhan!

Das zweite Buch ist eine Einführung zu Friedrich Kittler, einem der Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Ich bin sehr gespannt! (link), da ich schon einige spannende Sachen von ihm gelesen habe!

Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte..Zufall. Durch Zufall las ich gerade eben dieses Zitat:
The invention of Basketball was not an accident. It was a development to meet a need. Those boys simply would not play “drop the handkerchief”.

James Naismith

James Naismith war ein aus Kanada stammender Arzt und Psychologe, nicht nur der Erfinder des Basketball, sondern auch des Football-Helmes  und Unterstützer William G. Morgans, der als Begründer der Mintonette gilt, der Vorversion des Volleyballs.

The need übersetze ich absichtlich nicht mit Bedürfnis, sondern mit Verlangen, einem für mich basaleren Ausdruck innerer Emotionalität. Eventuell reiter ich gerade aber nur auf einer semantischen Welle.

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Karel Čapek (1890-1938): Rossum’s Universal Robots

Ein paar Minuten zu spät, aber besser so. als garnicht. Und in Anbetracht dessen, dass ich meinen standalone-PC neu aufsetzen musste und Ubuntu 10.4 mit Win7 Probleme hatte, eine eigentlich reife Leistung.

Nun, der 9. Januar, Geburtstag des wohl bekanntesten tschechischen Schriftstellers (des 20. Jahrhundert), Karel Čapek!

Karel Čapek? Nun, es wird seinem Bruder nachgesagt, das Wort Roboter in die Luft gesetzt zu haben. Das slawische Wort für mühevolle Arbeit, u.A. Karel setzte es in einem Bühnenstück um: Rossum’s Universal Robots, kurz R.U.R.!

In diesem Stück kreiert das Unternehmen R.U.R. künstliche Menschen, die über den Markt verkauft werden. Während des Stückes werden intensive Gespräche ob der moralischen Legitimation hinsichtlich des warenähnlichen Charakters der künstlichen Wesen diskutiert, gerade in Bezug auf typisch menschliche Eigenschaften und daraus sich ergebenden Rechten, etc.

Aufgrund des menschlichen Missbrauchs beginnen die Roboter zu rebellieren und lehnen sich gegen die Menschheit auf.

Infolge des Theaterstücks (und weiterer Aufführungen) gelang das Wort über Mundfunk in alle Teile dieser Erde, sodass der genuine Gedanke über Literatur und Theater (und heute auch durch das Kino) seine Verbreitung fand hin zu einem für unsere heutige Gesellschaft alltäglichen Begriff.

Helena What exactly was it he tried to do?

Domin Imitating Nature.  First he tried to make an artificial dog.  It took him years and years, and the result was something like a malformed deer which died after a few days.  I can show you it in the museum.  And then he set to work making a human being.

(Pause )

Helena And that’s what I’m not allowed to tell anyone?

Domin No-one whatsoever.

Helena Pity it’s in all the papers then.

Domin That is a pity.  (jumps off desk and sits beside Helena ) But do you know what’s not in all the papers? (taps his forehead ) That old Rossum was completely mad.  Seriously.  But keep that to yourself.  He was quite mad.  He seriously wanted to make a human being.

Helena Well that’s what you do, isn’t it?

Domin Something like that, yes, but old Rossum meant it entirely literally.  He wanted, in some scientific way, to take the place of God.  He was a convinced materialist, and that’s why he wanted to do  everything simply to prove that there was no God needed. That’s how he had had the idea of making a human being, just like you or me down to the smallest hair.  Do you know anything about anatomy, Miss Glory?

(…)

Domin No.  The best sort of worker is the cheapest worker.  The one that has the least needs. What young Rossum invented was a worker with the least needs possible.  He had to make him simpler.  He threw out everything that wasn’t of direct use in his work, that’s to say, he threw out the man and put in the robot.  Miss Glory, robots are not people.  They are mechanically much better than we are, they have an amazing ability to understand things, but they don’t have a soul. Young Rossum created something much more sophisticated than Nature ever did – technically at least!

Helena They do say that man was created by God.

Domin So much the worse for them.  God had no idea about modern technology.  Would you believe that young Rossum, when he was alive, was playing at God.

R.U.R. – Rossum’s Universal Robots [Rossumovi Univerzální Roboti] (1921); Hervorhebungen von mir.

Für den nun erwähnten Bezug habe ich (noch) keine Quelle, jedoch wird behauptet, dass es Verbindungen zum Mythos des Prager Golem geben soll, die Karel Capek selber deutlich wurden. Somit wäre ein Konnex geschaffen…

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The reality cop – Robert Harris: Angst

»Inspektor Leclerc?«

»Madame Hoffmann.« Leclerc gab ihr höflich die Hand.

Ihr fiel auf, dass er noch dieselben Sachen trug wie um vier Uhr morgens: eine dunkle Windjacke, ein weißes, am Kragen inzwischen unübersehbar graues Hemd und eine schwarze Krawatte, deren schmales Ende wie bei ihrem Vater unter dem breiten hervorschaute. Die Stoppeln seiner unrasierten Wangen sahen aus wie eine Flechte, die bis zu den dunklen Tränensäcken hinaufreichte. Er wirkte in dieser Umgebung völlig deplatziert. Eine der Kellnerinnen näherte sich ihm mit einem Tablett Champagner. Gabrielle rechnete damit, dass er ablehnen würde. Taten das nicht alle Polizisten im Dienst, jeden Tropfen Alkohol ablehnen? Aber Leclercs Gesicht hellte sich auf, und er sagte: »Hervorragend, danke.« Als hätte er Angst, er könnte es zerbrechen, fasste er das Glas vorsichtig am Stiel an. Er nahm einen kleinen Schluck und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. »Sehr gut, der kostet bestimmt achtzig Franken die Flasche, oder?«

»Keine Ahnung, um die Getränke hat sich das Büro meines Mannes gekümmert.«

Der Fotograf von der Tribune kam herüber und machte ein Foto von ihnen beiden. Leclercs Windjacke roch muffig, uralt und feucht. Leclerc wartete, bis der Fotograf wieder gegangen war, dann sagte er: »Die Kriminaltechniker haben von Ihrem Handy und den Küchenmessern ein paar ausgezeichnete Fingerabdrücke sichergestellt. Leider haben sich keine Übereinstimmungen mit Personen aus unserem Archiv ergeben. Zumindest in der Schweiz hat der Einbrecher kein Strafregister. Tja, ein Phantom. Wir haben Interpol eingeschaltet.« Er nahm sich ein Kanapee von einem vorbeischwebenden Tablett und schob es sich ganz in den Mund. »Wo ist Ihr Mann? Ich sehe ihn nirgends. Ist er nicht da?«

HARRIS, Robert (2011): Angst (eng.: The Fear-Index), Heyne Verlag, München.

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Reminiszenz

Eine legendäre Szene aus einem legendären Film: The Terminator.

Vor ein paar Tagen kam mir der Gedanke: Hey! Schau doch mal wieder The Terminator an! Gesagt, getan. Es ist schon ein genialer Film, wie

Einem Film, der das Kino geprägt hat, wie nur wenige Filme.

Der erste Teil ist meist ernsthaft anmutend. Lässige Witzchen gibt es keine. The Terminator ist ernst zu nehmen, die Idee dahinter, das Umfeld, die Hauptakteure: Es ist kein Spaß, die Welt muß gerettet werden. Und dann sitzt Kyle Reese in einem Photoautomaten und zieht die Riemen der geklauten Schuhe fest!

Der zweite Teil, The Judgement Day, besitzt durchaus zahlreiche witzige Szenen, insbesondere in der Kommunikations- und Lernphase zwischen dem Terminator (A. Schwarzenegger) und John Connor (E. Furlong). Sei es “Hasta la vista, baby!, oder “Null Problemo” oder das Erlernen der Lippenhaltung um ein Lächeln in seinem Gesicht zu erzeugen. The Judgement Day besitzt etwas Witz durch die Vermenschlichung einer Maschine.

So ist die unten aufgezeigte, non-verbale Szene des ersten Teils sicherlich vielen haften geblieben. Klar, es ist auch product placement. Es ist aber mehr. Es ist die Kombination aus dem Ernst der Lage (Kyle Reese flüchtet vor der Polizei um letztlich John Connor und die Menschheit zu retten! Welch Last auf seinen Schultern) und seinem Einbruch in ein Kaufhaus, bei dem er ausgerechnet die legendären Nike-Schuhe anzieht. Er klaut während er vor der Polizei flüchtet auch noch Schuhe! Unerwartet, plötzlich erscheint seine Hand. Ein Held aus der Zukunft, verwahrloste Kleidung tragend, vor der Polizei flüchtend, zieht seine Hand die Riemen ad hoc geklauter Schuhe fest, allen Leuten bekannt durch das Symbol. Welch andere Schuhe hätte er auch sonst aussuchen können!
Im Übrigen: Es sind Nike High Top Vandals  aus dem Jahre 1984!

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Caprica – Forgotten in the cyberpunk-discourse?

Wie das so ist im Forschungsprozess, stößt man sukzessive auf neue Dinge, gelegentlich durch Zufall. So auch hier. An dieser Stelle möchte ich ersteinmal der Crew der Comic Company danken! Aufgrund der Signier- und Plauder”stunde” des Zeichners und Erschaffers von Steam Noir, Felix Mertikat, in besagtem Laden, schaute ich kurz vorbei, um Hallo zu sagen (lernte Felix im Juni kennen). Da ich ja ein redefreudiger junger Mann bin, kam ich mit der Crew ins Gespräch und fragte nach cyberpunkish-comics. Dabei wurde nebenbei auch die Serie Caprica erwähnt. Sie ist das Prequel der Serie Battlestar Galactica und spielt 58 Jahre vor dem Handlungsstrang letztgenannter. Leider wurde nur eine Staffel mit 19 Folgen produziert und aufgrund geringer Einschaltquouten abgesetzt.

Dennoch: Sie enthält sehr spannende topics für einen cyberpunk-aficionado und sollte eigentlich nicht fehlen. Ich beziehe mich im weiteren Verlauf auf den Pilotfilm der Serie. Die Serie selbst habe ich noch nicht anschauen und analysieren können.

Wie schon geschrieben, spielt der Pilotfilm 58 Jahre vor Battlestar Galactica. Es gibt offensichtlich verschiedene Welten, die zu bereisen sind. Inwiefern gewisse Restriktionen vorhanden sind, wurde bis dato nicht offengelegt. Deutlich wurden jedoch sowohl rassische als auch religiöse Friktionen. Bei ersteren insbesondere zwischen den Bewohnern der Welt Caprica und der Welt Tauron, aus der Wiliam Adams (tauronisch Adame) stammt. Adame weist auf einen zurückliegenden Bürgerkrieg auf Tauron hin, der ihn, seine Familie und große Teile des Volkes der Tauroner wohl dazu zwang, auszuwandern. Bewohner Taurons werden u.A. als stinkende Wesen bezeichnet, später äußert sich auch  Verteidigungsminister Val Chambers abfällig, womit deutlich wird, dass Tauroner toleriert, aber weniger akzeptiert werden.

Capricas staatliche Institutionen scheinen grundsätzlich offen für religiöse Vielfalt, sofern sie nicht extremistischer Natur sind. Die Gegenbewegung der Soldiers of the One – eine monotheistische Religion – wird offenbar als gefährlich eingestuft, weil sie dogmatisch argumentiert. Ein Freund Zoe Graystones – der Tochter des Unternehmers Dr. Graystone – gehört dieser Gruppierung an und verübt in ihrem Namen zuanfang des Filmes ein Selbstmordattentat, bei dem Zoe, aber auch Tochter und Frau des Wiliam Adame umkommen. So verbinden sich zwei bisher getrennte Lebenswelten: Die des Wiliam Adame und des Dr. Graystone.

Beide Akteure kleiden sich sehr gut, tragen Anzug und Krawatte. Adame besticht des weiteren durch eine schicke Hutkollektion. Dies erinnert stark an verschiedene Cyberpunk-Filme. Zudem werden sie durch die erlebten Verluste zu getriebenen Seelen, die trauern, mit der Pein zu leben versuchen. Sehnsüchte zerfressen sie. Ihr erstes Treffen ist gekennzeichnet durch das Rauchen von Zigaretten und der gemeinsamen Erzählung und Verarbeitung der Verluste. Ein klassisches film-noir-Motiv. Ihre Sehnsüchte führen sie zusammen, im Laufe des Filmes jedoch wir deutlich, wie sie sich aufgrund ihrer inneren Überzeugungen entfernen. Gut und Böse, verschiedene Wertesysteme treffen aufeinander. Religion versus Wissenschaft, Mensch versus Maschine, Mensch versus Technokolonisierung (Knorr 2011) des Menschen. Diese Dialektik spiegelt sich auch in der Behausung beider wieder. Adames Wohnung ist recht “normal” eingerichtet, während Dr. Graystones (nicht zuletzt wegen der finanziellen Mittel) Behausung hochtechnologisiert ist und einen Roboter Namens Serge als Hausdiener hat.

Zahlreiche Sujets des Cyberpunk finden sich somit wieder. Auch die urbane Landschaft ist nicht geprägt durch starke science-fiction-Verfremdung. Vielmehr sind es gegenwartsähnliche Räume, leicht architektonisch verändert, dennoch für uns sehr bekannt.

Zoe Graystone, die bei besagtem Anschlag stirbt, kann durch das von ihrem Vater entwickelten Holoband (eine brillenähnliche Konstruktion) in eine virtuelle Welt eintauchen. Die Jugendlichen Caprica Citys haben über das Holoband eine eigene virtuelle Welt erschaffen, Nachtclubs, die ihren innersten Neigungen zu entsprechen scheinen. Sex, Gewalt, elektronische Musik werden bereits zuanfang des Films dargestellt. Für alle möglichen Vorstellungen gibt es eigene Räume oder Zonen. Die jugendliche Masse vergnügt sich und gibt sich den bizarrsten Schauspielen hin, sei es Gruppensex, Tanzen, Kill-Zonen, Fight-Rooms und nicht zuletzt auch einer Zone speziell zur Opferung virtueller Hologramme – für die Göttin Hekate – wem sonst, als der Wächterin der Tore zwischen den Welten! Überhaupt ist sowohl Caprica, aber auch Battlestar Galactica durchsetzt mit griechischer Mythologie

Wichtig zu erwähnen ist, dass die virtuellen Wesen dem Abbild des einzelnen Holoband-Benutzers entsprechen. Jeder hat also sein Avatar, gespeist mit eigenen Informationen, sodass sich realer Mensch und virtuelles Wesen äußerlich, aber auch hinsichtlich Verhalten und Kognition stark ähneln, nahezu bis zur perfekten Kopie – nahezu.
Dr. Graystones Firma ist es bisher nicht gelungen, einen Prozessor zu kreieren, der ein funktionsfähiges, unabhängiges künstliches Gehirn ermöglicht, um es letztlich einer kybernetischen Lebensform einzubauen. Und wer sollte es auch sonst sein, als seine Tochter, die nicht nur das Holoband benutzt, sondern auch damit experimentiert, sich kritisch mit der virtuellen Welt auseinandersetzt, ja dem monotheistischen Ordnen beitritt, um die virtuelle Welt zu zerstören, den Menschen auf die ihrer Meinung nach richtige Richtung zu führen. Dr. Graystones Idee hat sie bereits entwickelt, bzw. ein Skript geschrieben, das eine weitreichendere Nutzung ermöglicht, als bisher bekannt. Sie hat synaptische Aufzeichnungen in verwertbare Daten konvertiert. Und auch hier: Das Informationszeitalter dominiert weiter! Es geht noch immer um Informationen und deren Verarbeitung. Sie führen zu Asymmetrie, zu Macht.

Die cyberpunk-typischen Topoi tauchen auf: Was ist real? Was ist menschlich? Bis zu welchem Punkt soll es dem Menschen erlaubt werden, sich durch technologische Errungenschaften helfen zu lassen? Wo beginnt die Entmenschlichung? Bei einer Brille, künstlichen Extremitäten, Organhilfe? Der Film ist mit diesen Fragen durchsetzt.

Action und Spektakel finden hier keine Verwendung und das braucht es auch nicht. Die Spannung entsteht durch die Macht der Verführung. Der Verführung durch eine virtuelle Welt, vom Menschen konstruiert, nach seinen Wünschen und Vorstellungen, durch Sehnsüchte, durch kulturelle Sozialisation, durch deren Wertesysteme, durch dem Drang der Wissenschaft, durch wirtschaftliche Gier.

Die wirtschaftliche Gier scheint Dr. Graystone besonders zu beflügeln, denn die Konkurrenzfirma (natürlich auf der Welt Tauron beheimatet), scheint den Code geknackt zu haben, um den bereits genannten Meta-Kognitiven-Prozessor zu erstellen.Diesen braucht Dr. Graystone händeringend, um seine Kampfroboter zu perfektionieren – dem Prototypen der Zylonen.

Daraufhin überredet er Adame, sich auf einen deal mit ihm einzulassen: Adame muss den Prozessor klauen, Graystone erschafft ihm dafür seine Tochter (was mit seiner Frau passiert wird nicht deutlich), zunächst als Avatar, später als kybernetisches Wesen. Dr. Graystone will die Robotertechnik verfeinern, menschenähnliche Epidermis konstruieren, um so einer perfekten Kopie des menschlichen Wesen nahezukommen. Adame seinerseits lässt sich auf ein Geschäft mit einem Mitglied der Ha`la`tha ein, einer tauronischen mafiaähnlichen Gruppierung. Er soll dem Verteidigungsminister Val Chambers deutlich machen, dass dieser mit der Ha`la`tha koopierieren soll. Als Gegenleistung fordert Adame den MKP. Adame wird im Laufe des Filmes bewusst, dass Dr. Graystones Vorhaben seinen eigenen Vorstellungen entgegenläuft, distanziert sich von ihm.

Dr. Graystone gelingt es, den MKP in einen Roboter einzubauen und speist Zoes Daten ein, sodass ihr “Geist” weiterlebt – in einem Roboter.

Battlestar Galactica selbst ist wohl zu weit vom Topos Cyberpunk, Caprica hingegen ist es nicht, wie mir erscheint. Viele spricht dafür.

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Erhalt des Amerika-Hauses

Nun, eigentlich ein Bruch in meiner Vorgehensweise, sollte dieser Blog doch “nur” für meine Magisterarbeit als Sammelstelle fungieren. Danach hat sie sich gewandelt, hin zu weiteren Themen die mich interessieren.
Jetzt kommt der nächste Bruch: Veröffentlichung eines kleinen Teils meiner jahrelangen politischen Arbeit.

Es geht um das Amerika-Haus. Eigentlich habe ich mich schon vor mehreren Monaten politisch dafür eingesetzt. Jetzt aber kam mir der Gedanke, Teile der politischen Arbeit zu veröffentlichen, sofern sie mir veröffentlichungswürdig-/nötig erscheinen.

Wie zahlreiche Veröffentlichungen der Medien aufgezeigt haben, hat sich die Bayerische Staatskanzlei in ein Dilemma gebracht. MdL Spaenle sagte unlängst in einem Interview, das Amerika-Haus müsse der acatech weichen, bzw. hin zu einer dualen Nutzung hin geöffnet werden. Das ist in beiden Modellvorstellungen unmöglich. Ob dieses Planes, habe ich mich dann auf meinen politischen Plattformen dafür eingesetzt – mit Erfolg. Unisono war Übereinstimmung zu vernehmen. Aufgrund der starken öffentlichen Entsetzen in Politik und Gesellschaft hat die CSU die Bayerische Staatslotterie hinzugezogen. Sollen doch die über 150 Mitarbeiter ins Münchner Umland fahren um dort ihrer Arbeit nachzugehen. Und auch hier kam starker Protest auf -logischerweise. Somit steckt die CSU in einem politischen Dilemma sondersgleichen. Zum einen kann und will sie der wirtschaftlichen Macht nicht nachgeben, zum anderen ist es schwerer als gedacht, einen Standort zu finden, ohne politische Probleme zu bekommen. Hätten sie mal vorher darüber nachgedacht! Die CSU scheint sich noch nicht klar zu sein, wie sie handeln soll, teilweise werden sogar perfide Pläne geschmiedet, die ich hier nicht veröffentlichen kann und will, um Verhandlungen nicht zu torpedieren. Unsäglich sind sie dennoch und teilweise werden falsche Befürworter nach außen kolportiert, leider.

Begründung des Antrages:

Kultusminister Spaenle wirbt offensiv für das Image der Acatech (Technikakademie).
Nicht zuletzt, weil die Bayerische Staatsregierung beschlossen hat, dieser Akademie die Räume des Amerika-Hauses  zuzuweisen und das Bayerisch-Amerikanische Zentrum (BAZ) auszulagern, sieht er sich gezwungen, diese sinnfreie Maßnahme zu rechtfertigen, sondern auch weil diese Entscheidung auf großen Protest und „Kopfschütteln“ gestoßen ist.
Dabei ist die Aufrechterhaltung des BAZ gerade an diesem seinen genuinen Standort eminent wichtig. So ergibt sich der erste Kritikpunkt aus der historischen Verantwortung heraus: Gerade die Maxvorstadt hat sich zu Zeiten vor und nach der sogenannten Machtergreifung Hitlers zum sogenannten kulturellen Zentrum des Nationalsozialismus entwickelt. Aufgrund dessen muss gerade an diesem Ort (mit dem NS-Dokumentationszentrum wurde ein weiterer Schritt dafür getan) die Symbolpolitik wirken und sich der Geschichte stemmen. Aber auch die demokratischen Impulse, die vom Amerika-Haus ausgingen dürfen nicht verharmlost und vergessen werden, wie bereits Genosse Hans-Jochen Vogel verlauten ließ.
Zweitens aber wird mit diesem Vorgehen ein Einschnitt in die deutschamerikanischen Verhältnisse riskiert, obzwar vertrauensbildende Maßnahmen auch, oder gerade in diesem Zeiten von besonderer Bedeutung sind.
Drittens ist die besondere Relevanz des wissenschaftlichen und
wirtschaftlichen Standortes München nicht von der Hand zu weisen und für die Prosperität notwendig. Diese Notwendigkeit darf jedoch nicht zu Geschichtsvergessenheit führen und Zentren der Bildung aus dem Stadtkern verschwinden lassen.
Die Acatech besitzt eine enge Vernetzung mit großen (Münchner) Unternehmen, wodurch natürlich auch die Staatskanzlei ein Interesse am Erhalt der Acatech hat:
Hermann Requandt (Siemens-Vorstand) ist Teil des Senats der Acatech, ebenso wie der Chef der Linde AG, Wolfgang Reitzle, Georg Pachta-Reyhofen (MAN), dem Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Milberg (Gründungspräsident der Acatech), der jetzige Präsident, Henning Kagermann (SAP-Chef) aber auch mehrere Angehörige der Familie Quandt (sitzen im Senat der Acatech). (SZ, #183, S. R4).
Aber: Vergangenheits- Symbol und Bildungspolitik dürfen aufgrund wirtschaftlicher Interessen nicht vernachlässigt werden, sondern müssen gerade in diesen Zeiten gefördert werden.

Aber nicht nur aus historischen Gründen ist eine Schließung, bzw. Kündigung des BAZ wenig klug, denn die Räume des Amerikahauses könnten sowohl von der acatech, aber insbesondere auch im Rahmen des Kultur-Viertels weitreichend genutzt werden. Dr. Lammersdorf, der Direktor der BAZ, mit dem ich in engem Kontakt stehe, hat sich offensiv dafür ausgeprochen. Aber ein Auszug kommt so nicht in Frage!

Während der politischen Aktionen hat auch der ehemalige US-amerikanische Präsident Bill Clinton einen Solidaritätsbrief an Dr. Lammersdorf gerichtet!! Clinton for Amerikahaus – .pdf

Und wenn wir schon beim Thema USA sind: Oftmals wird als Kritik eingebracht, dass die Amerikaner die Initiative nicht mehr zahlen. Nun, das ist durchaus richtig, aber es war eine globale Entscheidung, die alle derartige Initiativen in den 1990er Jahren betraf. Zum einen, denke ich, aufgrund wirtschaftlicher Gründe, aber zum anderen wohl aufgrund des Endes des Kalten Krieges durch den Zusammenbruch der Sowjetunion (wodurch auch Internationale Regime wegfielen, die Nato zunächst nahezu obsolet erschien, etc.). Dennoch hat insbesondere die Bundesrepublik Deutschland, Bayern und insbesondere München die moralische Aufgabe, das Signal gegen den Nationalsozialismus aufrechtzuerhalten!

Meine Pressemitteilung fand ihren – kurzen – Widerhall in der TZ: SPD in Neuhausen: Amerikahaus soll bleiben

Nun hat die Abwanderung der E-ON eine weitere Möglichkeit eröffnet, die für alle Beteiligten die bestmögliche wäre. So könnte die acatech in den 2007 aufwendig umgebauten Standort ziehen, sowohl das Amerika-Haus als auch die Bayerische Staatslotterie würden an ihren Orten bleiben (SZ – 30.11.11 und MM – 2.12.11).

Weitere Informationen zu diesem Thema sind im weblog des Amerikahauses zu finden , geführt von Dr. Lammersdorf: Amerikahausblog

Spread the word!

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